Asylsuchende in Rostock

31.03.2015 13:56

Offener Brief von Gabriele Sommer

Kürzlich war ich auf der Jahreshauptversammlung unseres Vereins.
Wir - UFR – Unabhängige Bürger Für Rostock - kamen wieder zusammen.
Es ist immer eine Freude unter Gleichgesinnten zu sein.
 
Da wir oft andere Gedanken und Ideen als die bekannten Parteien haben, ecken wir bei Manchem an.
Wir rufen aber noch mehr große Sympathien hervor, eben weil wir unabhängig und frei sind.
Auch darum schließen sich uns immer mehr Mitbürger an.
 
Wir haben eigene Meinungen, Wünsche und Vorstellungen für unsere Stadt.
Für die Menschen unserer Stadt.
Finden es gut, wenn Gelder dorthin delegiert werden, wo sie wirklich nötig sind.
Setzen uns dafür ein, daß Touristenattraktionen an Stellen zu besuchen sind, die ein Magnet, also für alle leicht zu erreichen, sind.
Wir wollen mit Verstand, Logik, Herz und Gefühl arbeiten, um Rostock lebenswert und attraktiv zu gestalten.
Auch für Zugereiste.
 
Und da bin ich beim Thema.
Unser OB, Roland Methling, sprach ein sehr wichtiges Thema an:
Asylsuchende.
 
Demnächst wird Rostock Menschen, die aus ihrem Land fliehen mußten, aufnehmen.
Die genauen Zahlen habe ich vergessen.
Es werden also Personen zu uns kommen, die als Flüchtlinge anerkannt sind.
 
Die Schutz suchen vor Krieg, Vertreibung, Hunger, Not und Elend.
Menschen, die in Ihrer Angst keinen anderen Ausweg fanden, als ihre geliebte Heimat zu verlassen.
Sich auf eine unbekannte, gefährliche Reise zu begeben, bei deren Anfang sie oft nicht wußten, ob sie überleben werden.
Ob sie jemals ihre Familien wieder sehen.
Die jahrelange, unvorstellbare Odysseen hinter sich haben.
Und endlich, in Deutschland angekommen, wieder in einem Bett schlafen konnten.
 
Die oft einfach nur ihr nacktes Leben retteten.
Hier ankamen ohne Hab und Gut.
 
Die Familien, Freunde, Heimat und Arbeit verließen, um in Ruhe und ohne Angst normal leben zu können.
Die gerne ihr Wissen, ihre Fähigkeiten, ihre Erfahrungen, ihre Ausbildung in einem freien Land anwenden möchten.
Die wieder einen Sinn in ihrem Leben sehen wollen.
Den Sinn frei zu sein, zu arbeiten, vielleicht Familien zu gründen und im Wohlstand, vor allem aber angstfrei und friedlich leben zu können.
Grundrechte jedes Menschen übrigens.
 
Ich weiß, daß es sehr viele Mitbürger gibt, die sagen, daß wir mit unseren eigenen Sorgen, unserer Arbeitslosigkeit, den mangelnden KITA Plätzen usw. usf. schon genug um die Ohren haben.
Und nun kommen Ausländer und nehmen uns womöglich Arbeit weg und leben auf Kosten des Staates.
Na toll.
 
Ich weiß von Mitgliedern unseres Vereines, die eigene Firmen haben, daß es viele freie Arbeits- und Ausbildungsplätze gibt, die keiner haben will.
Ich weiß dies auch aus anderen Berichten, die ich im Fernsehen sah oder in der Zeitung las.
 
Und, vergessen wir doch bitte nicht, daß es Landsleute gibt, die gerne auf Kosten des Staates leben.
Das ist kein Ausländerphänomen!
 
Also, Rostock nimmt Flüchtlinge auf.
 
Wie schnell könnten auch wir von Krieg, Mord und Todschlag heimgesucht werden.
Wenn wir nicht aufpassen.
Und dann selbst Flüchtlinge sein.
Heimatlose Wesen,
mit unseren weinenden, ängstlichen Kindern oder Enkeln auf dem Arm,
hungernd,
frierend,
die sich nichts mehr wünschen, als endlich ohne Terror, Erniedrigung, Gewalt und Not sich satt essen zu können und
friedlich schlafen zu können auch.
Und ohne Tote, Geschändete in der Familie betrauern zu müssen.
 
Ich bin froh, daß unsere Stadt Menschen, die unverschuldet in lebensbedrohliche Situationen geraten sind, aufnimmt.
Und wir als Rostocker ihnen nun helfend zur Seite stehen können.
 
Das ist sehr mitfühlend, gerecht, großzügig und selbstverständlich gehandelt!
 
Und, daß multi-kulti bereichernd sein kann, habe ich erlebt, als ich viele Jahre lang in Norwegens Hauptstadt, Oslo, lebte!
 
Ich teile die weise Meinung unseres OB.
Ich bin dabei.
Ich bin bereit!
 

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